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Azoren - Lissabon auf der Cuba Libre ...

Im Eiltempo von Ponta Delgada (Azoren) nach Lissabon

 

Bericht von Sepp Höller

 

Als uns Anfang Juni 2006  Andreas Hanakamp per Email mitteilte, dass er den ehemaligen Volvo Ocean Racers " Cuba Libre " von Antigua über Bermuda - Azoren - Lissabon - Mallorca - Korfu - in die Adria überstellt und auf einigen Etappen noch Plätze frei sind, da war mir klar, hier will ich dabei sein. Im Speziellen interessierte ich mich für die Überfahrt von den Azoren nach Lissabon. Da diese Etappe ausgebucht war galt es einerseits noch einen Platz auf dem Schiff zu bekommen. Falls dies möglich wäre, mußte nur mehr  mein Direktor  davon überzeugt werden, dass ich bei diesem Törn  dabei sein will und daher in der letzten Schulwoche frei haben möchte. Beide Vorhaben konnten positiv abgeschlossen werden und so ging es zum Reisebüro um die entsprechenden ImageFlüge zu besorgen. Zwei Wochen vor Törnbeginn meldete  dann noch unser Welser Clubmitglied Herwig Brunner sein Interesse an diesen Törn an. Auch für ihn konnte ein Platz am Schiff und der entsprechende Flug gebucht werden.

Am Samstag den 1. Juli gings von München nach Lissabon und dann weiter auf die Azoreninsel Ponta Delgada. Um 2130 kamen wir in der Marina an und hielten nach unserem Schiff Ausschau ( es war das Schiff mit dem  höchsten Masten). Andreas Hanakamp kam nach kurzer Zeit zum Schiff und begrüßte uns. Seine Crew feierte in einem Gasthaus den Geburtstag der Borddame Cornelia Schifter. Wir schlossen uns den Gratulanten an und der weitere Abend wurde zum Kennenlernen genutzt.

Am nächsten Vormittag wurde noch gereinigt, gebunkert und die Vorbereitung zum Auslaufen erledigt. Um 1430 war es dann soweit, die Leinen wurden zum Ablegen geborgen. Da Andreas  mich als Wachführer der BB Wache eingeteilt hat durfte ich am Steuer auslaufen. Nach einer halben Stunde wurde das Groß gesetzt und kurz darauf der SPI 1 mit seinen 300 m2. Bei raumen Wind spürte man wie das Schiff bei 3- 4 Bft auf 12 - 14 Kn beschleunigte. Als der Wind  am Abend  auf 20 Kn zulegte wurde der SPI 1 gegen SPI 2 getauscht ( 200 m2).

Bevor die Dunkelheit hereinbrach wurde auch der Spi 2 geborgen und die Genua 4 (Fock) gesetzt. So ging es in die erste Nacht. Als Wachsystem wurde am Tag nach 6 Stunden und in der Nacht nach jeweils 4 Stunden die Wache gewechselt. Die diensthabende Wache war immer komplett an Deck dazu entweder Skipper Andreas oder Coskipper Bernhard Kotnig.

 

ImageDa durch den hohen Speed immer wieder Brecher über Bord kamen waren die Nächte eine nasse als auch kalte Angelegennheit. Tagsüber wenn die Sonne ihren Weg zu uns fand war es etwas wärmer, doch zum Sonnenbaden war es einfach zu kalt und zu nass. Andreas schreib einmal in sein Logbuch " ... wenn wir uns nicht verfahren haben dann müssen wir uns im Monat geirrt haben, mir kommt es vor als wäre November...."

So ging es 3 Tage und Nächte über den Atlantik mit Nordwind zwischen 14 - 20 Knoten und einem Speed um die 10 - 12 Knoten. Ab und zu waren Delphine zu sehen. Die ausgebrachte Schleppleine konnte die Fische nicht reizen und so machten sie einen Bogen um den ausgebrachten Köder. Einmal täglich gab es eine warme Mahlzeit, die mit einer Ceranplatte zubereitet wurde. Den dafür benötigten Strom erzeugte ein Generator.  Einmal am Tag wurde eine Dose Bier serviert, ansonsten lebten wir sehr gesund mit Milchreis, Obst, Cornflakes, Joghurt usw. In der Nacht auf Donnerstag hatten wir nochmals Wind bis zu 28 Knoten und segelten mit 14 Knoten dem Ziel Lissabon entgegen.

Am Donnerstag erreichten wir um 0100 die Ansteuerungstonne von Lissabon. Von dort wurde noch einmal jeder Windhauch genutzt um bis zur imposanten Brücke zu segeln. Nach dem Segelbergen suchten wir die Einfahrt zur Marina Alcantara in der wir um 0330 anlegten. Bei einem Drink beglückwünschte uns Andreas zur Überfahrt und meinte wir können alle stolz sein, dass wir bei dieser im Rekordtempo zurückgelegten Etappe dabei sein konnten. Seines Wissens nach hat noch nie  ein Fahrtenschiff diese Etappe schneller bewältigt.

Einige Daten von dieser Überfahrt

Zurüchgelegte Distanz: 847 Sm

davon unter Motor: 1, 3 Std

Größtes ETMAL:  267 Sm

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Zur Yacht:

Bereits seit zweieinhalb Jahren befindet sich die Yacht in Österreichischem Besitz!

Länge: 19,5m
Breite: 5,2m
Verdrängung: 13.750kg
Großsegel: 117m2
Spi: 300m2
12 Kojen
B&G Instrumente

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1: Doppelsteuerstand ergonomisch ausgeführt.
2: Niedergang mit Schwallwasserschutz
3: 2 Coffeegrinder (1 x Genuawinschen, 1 x Großschot)
4: Kiel mit Bombe (T-Kiel) Bombe: 4500kg; Tiefgang: 3,75m
5: Ruderblatt aus Kohlefaser mit Sollbruchstelle der letzten 30 cm
6: Großsegel (117m2) aus Kevlar, durchgelattet mit stark ausgestelltem Top
7: Genau (ca. 100m2), Topgenua (Code 0): bis zu 300m2
8: Mast aus Kohlefaser, ca. 26m über Deck.
9: Vorschiff, statt der Satcom A Anlage werden Kojen eingebaut
10: 3 Paar Backstagen aus Kevlar

 

 

 

Ausrüstung der Yacht: Warm- und Kaltwasser, Dusche, el. Yacht WC, Navigationselektronik B&G, Raytheon Radar, Kühlbox, Pantry mit kardanischem Herd, Video, Generator, Hochsee Großsegel, div. Vorsegel, div. Spinnaker, Satcom / Sat Tel.

 

Abschließend ist es mir ein Bedürfnis mich beim Skipper Andreas Hanakamp für die lehrreiche Überstellung zu bedanken. Coskipper Bernhard Kotnig bemühte sich sehr, uns die Astronavigation näher zubringen. Danke der gesamten Crew für das nette Bordleben.

Ich habe mit diesem Törn erstmals Erfahrung im Atlantik sammeln dürfen. Sollten sich in unserem YCBS einige Segelfreunde zum FB 4 Schein entschliessen, dann bin ich mir sicher: Ich bin auch dabei!

 

Sepp Höller 

 

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