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Törnbericht der Atlantiküberquerung ab 04.06.2004 - Rapa Nui ...
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Törnbericht der Atlantiküberquerung ab 04.06.2004 - Rapa Nui ...
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Rapa Nui auf See
Bericht und Fotos von Georg Berger und Daten dazu aus dem Schifftagebuch der SY RAPA-NUI von Manfred Hamminger.
Zusammengefügt von Annemarie

 

Crew: Manfred Hamminger (Skipper), Georg Berger (Co-Skipper) und Elly Hamminger (Smutje)


'Fr. 04.06.2004   
Die Taschen sind gepackt mit dem Nötigsten, nur nicht zuviel mitnehmen. Gewicht!! Abfahrt geplant um 8h30 bei mir. Manfred holt mich ab - überpünktlich, dann geht’s ab nach München - einchecken. Erste Hürde wie erwartet - meine Reisetasche wiegt 31kg + 6,5 kg Bordcase. Manfreds zwei Reisetaschen zusammen 67 kg. Doch die Dame am Schalter hat Erbarmen mit Seglern und sieht gnädig über das erhöhte Gepäckgewicht hinweg. Im nachhinein erfahren wir die Erklärung - das Flugzeug ist nur zu 40% besetzt. Noch ein letztes Weißbier und dann geht’s los. Der Flug verläuft äußerst ruhig, auch das Umsteigen in Paris am Flughafen "Charl de Gaulle" ist ohne Probleme. Wir müssen nur das Terminal von 2b auf 2a wechseln. Das neue einsturzgefährdete Terminal bekommen wir nicht zu Gesicht. Weiterflug mit einer Boing 747-400. Nur zu einem Drittel belegt - sehr angenehm - jeder hat eine 3-er Reihe für sich. Start um 17h - Ankunft um 19h Zeitverschiebung 6 Std. minus. Zuhause ist es 1h nachts! AngekommenAuch unser Gepäck ist angekommen. Wir verlassen das Flughafengebäude. Die Luftfeuchtigkeit trifft uns wie eine Keule. Es hat zwar nur 22 bis 23 °C aber feucht wie in der Dampfsauna. Wir stehen sofort voll im Saft. Weiter geht es mit dem Taxi in rasender Fahrt Richtung Marina. Anscheinend gibt es in Martinique keine Verkehrsregeln. Wir kommen dann doch unbeschadet in der Marina an. Natürlich steht fürs Gepäck kein Wagerl zur Verfügung. wir schleppen das Gepäck die ca. 500 Meter bis zum Boot. Eine Plage, unvorstellbar, zum krepieren. Angekommen beim Schiff - die Suche nach dem Schlüssel beginnt. Doch er ist mitgekommen. Alles ist noch an Bord, nur kein Strom. Landstromkabel wird verlegt, das Gepäck an Bord gehievt, noch etwas warmes Wasser getrunken, dann ab in die Koje.


Sa. 05.06.2004   
8h aufstehen, einkaufen, frühstücken, dann wird mit den Reparaturarbeiten begonnen, Winsch zerlegt, Batterien getestet -teilweise leer - trocken. Nachmittags wird bereits ein Teil gebunkert: Wasser, Nudeln, bleibende Lebensmittel etc.

So. 06.06.2004   
Am Vormittag Schiffscheck (Rigg, Bilge, Motor, Segel, Schoten und Fallen, Seenoteinrichtungen), Service Generator und einige Reparaturen, Nachmittag Badeausflug mit Schlauchboot zum Club Med. An Bord läuft indessen die Klimaanlage - etwas  angenehmer.

Mo. 07.06.2004   
Die letzten Reparaturen, alle Verbraucherbatterien getauscht, neuen Batteriesatz gekauft (3x160Ah) . Aus und Einbau sehr schweißtreibende Arbeit. Ruder-Seilzüge geölt, Motor- und  Getriebeöl gewechselt. Meteoliner funktioniert nach Stromunterbrechung (Batteriewechsel) wieder nicht, bringen diesen nach stundenlangen Versuchen dann doch noch zum funktionieren, wie weiß ich dann auch nicht. 10 Kanister für Diesel gekauft ( 2x 20l, 8x30l) das Stück zu € 25,- !!! Nachmittag - der Markt ist bereits geschlossen, das Obst und Gemüse im Supermarkt bereits teilweise angefault - also unbrauchbar.

Di. 08.06.2004   
Manfred wird langsam ungeduldig, die letzten haltbaren Vorräte müssen gekauft werden Auch noch Eier und das restliche Wasser. Wir fahren mit dem Dingi zum Markt. Gurken, Kraut, Kartoffel, alles schlechte Qualität, wird wahrscheinlich nicht lange halten. Tomaten 1kg € 5,- !!!  Ein Wahnsinn. Letztes Mittagessen an Land. Sehr gutes Rumpsteak, dann Internet-Cafe: die Wetterlage steht sehr gut. Noch mal in den Supermarkt, dann muss es reichen. Nach Rückkehr Bugleine umgehängt, ein Schreck, Bugstrahlruder funktioniert nicht, Batterie bricht zusammen. Da auch die Ankerwinsch an dieser hängt, muss nochmals eine neue Batterie besorgt werden. Aus- und Einbau bei dieser Hitze sind eine Mordsschinderei. Dann Schlauchboot zusammengelegt und an Deck vertäut. Elly ruft den Marinero zum Strom und Wasser ablesen. Dann wird abgelegt - an die Tankstelle - alle Diesel und Benzintanks (für Dingimotoren) auffüllen. Manfred geht einstweilen ausklarieren. Auch alle Reservekanister (300 l) werden gefüllt und an Deck festgebunden. Dann geht’s los. Ausfahrt Bucht Le Marin. Es ist bereits 18h. Wir beschließen, in St. Anne (Ankerbucht bei Einfahrt Le Marin) die erste Nacht zu verbringen um nicht gleich im Dunkeln entlang Martinique und die Durchfahrt zu Domenika nehmen zu müssen. Eine sehr unangenehme Nacht. Nur Regenschauer und Böen lassen wenig Schlaf zu. Aber der Anker hält gut. Doch an Kabinenlüftung ist nicht zu denken.

Mi. 09.06.2004 (Tag 1)      
7h aufstehen - Dauerregen - Abschied von der Karibik bei Regen! Wir fahren raumen Kurs bis um den sogenannten Diamantfelsen. Dann Halse auf Kurs am Wind. In der ersten Nacht Durchfahrt zwischen Martinique und Domenika. Ständig Squalls mit starkem Regen quälen uns. Wind ca. 20 bis 25 Kn. Um ca. 4h früh ein riesiger Squall  am Radar erkennbar. Wir segeln geradeaus auf sie zu. Ich beginne vorsorglich zu Reffen, nicht zu früh, dann geht’s schon richtig los. 40 Kn. Wind. Groß lässt sich nicht mehr weiter reffen, dann muss es eben draußen bleiben. Genua bis 1/3 eingerefft. Autopilot ist überfordert, es dreht uns um 360°. Ich steuere per Hand weiter. Unglaubliche Wassermassen stürzen auf uns nieder. Bei diesem Wind kommt der Regen natürlich waagrecht daher. Nach 15 min. ist der Spuk vorbei. Es geht mit 25 Kn. Wind weiter Richtung Horta auf den Azoren, 2300 Seemeilen.

Do. 10.06.2004 (Tag 2)   
Die Sonne lässt sich nicht blicken. Wind bleibt bei 20 - 25 Kn., harte Welle, Kurs hart am Wind. Welle kommt ständig über, an Kabinenlüftung ist nicht zu denken. Unter Deck unerträglich heiß und schwül. Wir machen ca. 20° Lage, sehr ungemütlich, Elly beklagt sich bereits - Ecker-Cup Bedingungen. In der Nacht bei einem dieser Squalls mit 30 bis 40 Kn. Wind haben wir den Radarreflektor verloren.
1200 UTC NE 4, See 3, Etmal 102 SM

Fr. 11.06.2004 (Tag 3)   
Es geht so weiter wie bisher, 20 - 25 Kn. Wind, keine Sonne, ständig Squalls, Elly und Manfred füttern die (nicht vorhandenen) Fische. Wir reffen das Groß auf ca. 2/3 ein, um etwas Lage aus dem Schiff zu nehmen. Kein Fisch an der Angel.
1200 UTC ENE 4, See 4, Etmal 120 SMAuf See


Sa. 12.06.2004 (Tag 4) 
In der Nacht bin ich wieder etwas härter am Wind gefahren, teilweise über 7 Kn. Fahrt.  Am Morgen zeigt sich erstmals die Sonne. Wind etwas schwächer. 16 - 20 Kn. Erstmals an Bord Brot gebacken. Der Generator streikt - fällt immer wieder aus. Kontrolle - Dieselfilter gereinigt - Problem bleibt. Sehe wie im Seewasserfilter Wasser verdrängt statt angesaugt wird. Wie gibt es das? Da Generator ebenfalls Seewasser gekühlt, bläst Auspuff das Seewasser zurück - Impeller defekt !!! Impeller gewechselt - alles wieder ok. Dieselvorfilter getauscht. In der Nacht keine Probleme.
1200 UTC ENE 4, See 3-4, Etmal 137 SM

So. 13.06.2004 (Tag 5)
Herrlicher Tag - Sonnenschein. Wind ca. 15 Kn. - Halbwind. Auch in der Nacht schönes Segeln.
1200 UTC ESE 3, See 2-3, Etmal 133 SM

Mo. 14.06.2004 (Tag 6)
Wetter trüb, Wind wird schwächer, dreht nach Süd, das heißt Raumschot. Blister gesetzt - zerreißt sofort. - Shit. Wieder Genua gesetzt - ausgebaumt. Leider kann Baum zuwenig weit nach achtern geholt werden, Babystag ist im Weg, das heißt Genua  kann nur zu 2/3 gesetzt werden. Machen trotzdem gute Fahrt - ca. 5 Kn. Die Nacht sehr hässlich, ständig Squalls. Einmal bündeln sich alle Squalls zu einem Wolkenfeld mit ca. 8 sm Durchmesser Es regnet unvorstellbare Massen, es blitzt und kracht. Der Wind kommt plötzlich aus allen Richtungen. Manfred wirft die Maschine an  und versucht die Segelstellung auf " Raum" zu halten. Genua ist noch ausgebaumt!!! Zwecklos. Ich berge das Groß bis auf ein paar Quadratmeter. Anschließend rollen wir die Genua mitsamt Spibaum weg. Es geht. Sodann fahren wir mit Maschine wieder auf unseren Kurs. Nach ca. 1 Std. ist der Spuk wieder vorbei. Segel werden wieder gesetzt. Trotz einiger weiterer leichter Squalls verläuft der Rest der Nacht relativ ruhig.
1200 UTC SW 3-4, See 2-3, Etmal 98 SM

Di. 15.06.2004 (Tag 7)
Herrliches Wetter, Segel Raumschot, Speed 3,5 - 5 Kn. Kein Fisch !!!
1200 UTC SW 5, See 4, Etmal 132 SM

Mi.16.06.2004 (Tag 8)
Wir bergen in der Früh die Segel, es macht keinen Sinn mehr. Speed nur mehr 2,5 - 3 Kn. Maschine an, 2.200 U ergibt Marschfahrt von ca. 6 Kn. Dieselvorfilter gereinigt. Nachmittags Badestop in über 4000 Meter Wassertiefe. Neue Köder an die Angel. Ich glaube es gibt hier keine Fische. Sehen auch keine fliegenden Fische und Delphine mehr. Letzte Nacht auch erstmals kein Fischerboot gesehen, die Nächte davor jedes Mal. Am Funk japanische Stimmen. Ich glaube die Japaner fischen den ganzen Atlantik leer. Nach Einbruch der Dunkelheit erster Biss. Zieht die Schnur wie irre von der Rolle. Und ist auch schon wieder weg. Köder ist noch dran, Haken etwas aufgebogen. Noch 1500 sm bis Horta.
1200 UTC SW 2, See 2, Etmal 107 SM

Do. 17.06.2004 (Tag 9)
Am Vormittag ca. 6 Std. segeln, dann wieder motoren. Am Abend heftige Squalls. Einer dreht Manfred mit dem Schiff fast um die eigene Achse und kappt dabei die Angelleine. Köder futsch. Da es bereits dunkel ist, lassen wir für heute das fischen.
1200 UTC NE 3, See 3, Etmal 139 SM

Fr. 18.06.2004 (Tag 10)
Strahlender Sonnenschein, kaum Wellen, kein Wind, Motorpartie
1200 UTC NE 3, See 3, Etmal 124 SM


Sa. 19.06.2004 (Tag 11)
Interessanter Sonnenaufgang. 7h30UTC Halbzeit - noch 1149 sm bis Horta. Brütend heißer Tag, absolut kein Wind. Am Abend ausgiebiges Bergfest mit Zwiebelrostbraten. Manfred hat extra Champagner aufgehoben - ein Glas für jeden - aber leider nicht zu genießen - leider durch die Schüttelei sauer - etwas für die Fische. Wir feiern mit burgenländischem Rotwein weiter. Darauf ist Verlass! 6 Flaschen!!!
1200 UTC W 1, See 1, Etmal 138 SM

So. 20.06.2004 (Tag 12)
Wieder sehr heißer Tag. Alle sind etwas angeschlagen. Abends bricht Rolle Grossbaumniederholer. Wir segeln bereits seit Sa. früh mit raumen Wind - nur mit Großsegel. Genua schlägt zuviel in der Welle. Wollen Genua nicht ausbaumen. Rolle Baumniederholer provisorisch gewechselt. Am Nachmittag zeigt Logge erstmals 3-stellig, also nur mehr weniger als 1000 Meilen bis zu den Azoren.
1200 UTC W 4, See 3, Etmal 132 SM

Mo. 21.06.2004 (Tag 13)
1200 UTC W4, See 3-4, Etmal 118 SM

Di. 22.06.2004 (Tag 14)
In der Nacht Squall mit über 30 Kn. Wind.
1200 UTC W 4-5, See 3-4, Etmal 125 SM

Mi. 23.06.2004 (Tag 15)
Total verregnete Nacht. Es wird zunehmend kühler. In der Nacht Wache nur mit Trainingsanzug erträglich. Immer noch kein Fisch an der Angel, probiere neuen Köder - Bleifisch bunt bemalt. Riss in der Genua entdeckt - ca. 15 cm Naht aufgegangen. Vormittag segeln mit Halbwind möglich. Manfred will PC starten. Funktioniert nicht - Fehler nicht erkennbar. Noch etwa 600 sm bis Horta.
1200 UTC N 3, See 2, Etmal 123 SM

Do. 24.06.2004 (Tag 16)
Unangenehme Nacht. Schiff rollt, Segel schlagen. Jetzt hat auch noch das Groß einen Riss. Sonst herrlicher heißer Tag. Heute ist Reparaturtag. Dieselfilter beim Generator getauscht. Positionslicht instand gesetzt, Membrane für Bilgenpumpe angefertigt und getauscht.
1200 UTC W 4, See 2-3, Etmal 132 SM

Fr. 25.06.2004 (Tag 17)
Schreckliche Nacht, kein Schlaf - Schiff rollt fürchterlich. Beim morgendlichen Blick auf Meteoliner ist Luftdruck von 1020 auf 1015 gefallen. Um 8h erreicht uns eine Tiefdruckfront. Es schüttet was nur geht. Um 11h30 dann kurz Sonnenschein, um 12h regnet es dann wieder bis zum Abend. Um 16h Squall mit 34 Kn. Wind. Die Nacht ohne Regen aber sehr kalt, Jogging- und Trainingsanzug.
1200 UTC W 4, See 4-5, Etmal 138 SM


Sa. 26.06.2004 (Tag 18)
Am Morgen lässt der Wind aus - Motor. Barometer steigt am Abend wieder auf 1023 an. Das Azorenhoch hat uns fest im Griff.
1200 UTC NE 3, See 3, Etmal 130 SM

So. 27.06.2004 (Tag 19)
Ruhige Nacht aber eiskalt. Motor fällt mit Drehzahl immer weiter herunter, am Morgen sind nur mehr 2000 U/min. möglich. Wahrscheinlich wieder  Filterproblem. Sehr ärgerlich, gerade jetzt wo wir auf den Motor angewiesen sind. Wechseln nach dem Frühstück Diesel(fein)filter von Motor, wieder alles ok. Luftdruck 1027! Lt. Navtex liegt ein  starkes Azorenhoch westlich der Azoren mit 1029 mbar. Wir sind mittendrin. Wind 8 bis 10 Knoten aus NO also genau gegenan. Kein Problem - wir haben noch alle Reservekanister voll Diesel. Kein Fisch!!! Hätten wir uns auf Fisch auf der Speisekarte verlassen, wären wir wahrscheinlich bereits verhungert. Um 14h 6 Kanister (180l) Diesel nachgetankt. ETA Montag ca. 8 - 9h!!!
1200 UTC NE 3, See 3, Etmal 141 SM

Mo. 28.06.2004 (Tag 20)
Um 2h30 nach Untergand des Mondes Land in Sicht. Im Morgengrauen erkennen wir den Pico, den höchsten Berg Portugals. Die Gastlandglagge für Portugal, die Flagge Q, sowie ein neuer Clubstander werden gesetzt.Um 8h30 anlegen an der Zollmole von Horta auf Faial nach 2409 Seemeilen. Einklarieren ohne Probleme. Marina überfüllt, kriegen aber noch einen Platz als Dritter im Paket zugeteilt. Reisedauer 18 Tage 19 Stunden, 164 Motorstunden. Segelmacher bestellt, Groß und Genua geborgen und in Segelsäcke verstaut und mit dem Blister um 18h30 dem Segelmacher übergeben. Sind alle müde, der Nachmittag wird verschlafen.

Di. 29.06.2004
Einkaufen, Auto für Landausflug am Mittwoch besorgen, Segelmacher bringt die reparierten Segel zurück. Großreinemachen und Waschtag (7 Maschinen) in Horta. Ausgezeichnetes Abendessen, danach trinken wir noch ein paar Flaschen Azorenwein an Bord.

Mi. 30.06.2004
Landausflug - Inselrundfahrt mit Leihwagen - sehr schöne Insel. Bei Rückfahrt Einkaufen von Lebensmitteln im Supermarkt.

Do. 01.07.2004
Essen, schlafen, nochmals einkaufen. Am Abend wieder ausgezeichnetes Essen im selben Restaurant wie Dienstag. Auf der berühmten Hafenmole von Horta Anbringen unserer Zeichnung mit YCBS-Stander und dem Schriftzug RAPA-NUI.Auf See

Fr. 02.07.2004
9h ausklarieren und ablegen, nächstes Ziel Ponta Delgada auf der Hauptinsel der Azoren San Miguel. Kein Wind, a-glatte See - Motorpartie. Des Öfteren Delphine gesichtet aber keine Wale. Um 20h30 wieder Probleme mit der Dieselansaugleitung. Vorfilter getauscht, Leitung gereinigt.


Sa. 03.07.2004
8h15 Einlaufen in den Hafen von Ponta Delgada. Anlegen Zollmole, einklarieren, tanken und zum zugewiesenen Liegeplatz in der Marina verholen, wieder im Päckchen an dritter Stelle. 165 sm - 23 Stunden Motor. Einkaufen im Markt. Keine schöne Stadt - eher schon Großstadt, sehr ungepflegt. Mittagsschlaf. Abends Essen im Marine-Restaurant - Buffet - so la la. Dann bald ins Bett, gut geschlafen.

So. 04.07.2004 (Tag 1)
Regen, aber gegen den Vorhersagen doch etwas Wind aus NNO - ergäbe Kurs hart am Wind nach Osten. Wir werden sehen wie es draußen ist. 11h ablegen mit Ziel Gibraltar, sonnig, Wind sehr böig von 0 bis 20 Knoten. Unter Motor bis zum Huk. Ab 15h segeln, harte anstrengende Nacht, kurze steile See, Kurs hart am Wind. Es stampft und spritzt. Böen bis über 30 Kn.
1200 UTC NE 4-5, See 3

Mo. 05.07.2004 (Tag 2)
Schöner sonniger Tag, aber kalt. 20 bis 25 Kn. Wind aber etwas ruhigere See. Barometer steigt bis 1027,9. Wo kommst bloß dieser doch etwas stärkere Wind in diesem Riesenhoch her? Ein Hoch im Hoch? Wind dreht nach rechts, können Idealkurs von 90° nicht mehr anlegen. Neuer Kurs 105 - 110 °.
1200 UTC NE 6, See 4-5, Etmal 140 SM

Di. 06.07.2004 (Tag 3)
Ruhige Nacht, glatte See, Wind um 20 Kn., eiskalt. Segelhose und Jacke sind erforderlich. Können wieder Kurs um 85 - 90 ° anlegen. Morgens Fischalarm - leider Fehlalarm - ein Bündel alter Leinen und Verpackungsschnüre hat sich verfangen. Barometer bleibt bei 1027.
1200 UTC NE 5, See 4, Etmal 122 SM

Mi. 07.07.2004 (Tag 4)
Keine besonderen Vorkommnisse, Nächte immer kälter.
1200 UTC N 3, See 2-3, Etmal 153 SM

Do. 08.07.2004 (Tag 5)
Schönstes Wetter, Wind dreht mehr auf Nord.
1200 UTC NE 4, See 3-4, Etmal 147 SM

Fr. 09.07.2004 (Tag 6)
Wellen werden höher - kommen von querab - sehr unangenehm, Schiff rollt sehr stark. Barometer fällt etwas - 1025mb.
1200 UTC NE 5, See 4-5, Etmal 166 SM

Sa. 10.07.2004 (Tag 7)
Wind sehr böig, teilweise bis 35 Kn, Halbwind. Gegen morgen schwächt der Wind auf 15 - 20 Kn. ab. Barometer fällt auf 1019. Ca. 9h Capo Vincenze querab. Entfernung ca. 30 sm, aber nicht zu sehen da Wetter sehr dunstig. Temperatur 16°C. Wegpunkt Verkehrstrennungsgebiet Einfahrt Strasse von Gibraltar festgelegt. GPS rechnet uns ca. 21 Std. aus. Zum letzten Mal wird an Bord Brot gebacken. Am Abend Motor an, da Wind immer mehr auf Ost dreht. Den letzten Tag noch aufkreuzen will keiner mehr.
1200 UTC N 5, See 3, Etmal 174 SM

So. 11.07.2004 (Tag 8)
Ruhige schöne Nacht. Es wird auch wieder zunehmend wärmer, die Luft in Nähe der aufgeheizten Landmassen ist einfach um einiges wärmer. 9h Einfahrt Strasse von Gibraltar. 13h Anlegen an Zollmole von Gibraltar nach 1089 zurückgelegten SM. Die Marinas in Gibraltar sind voll, wir kriegen gerade noch einen Platz in der Stadtmarina (Marina Queensway). Danach ausschlafen, abends Stadtbummel mit Abendessen ( Pizza Hut). Der letzte Teil der Atlantiküberquerung ist geschafft. Für die letzten 1088 SM von den Azoren benötigten wir 7 Tage und 2 Stunden. Der Motor lief 29 Stunden.

Mo. 12.07.2004
Ausschlafen, Stadtbummel, einkaufen (Zigarren, Alkoholika) sehr günstig da steuerfrei.

Di. 13.07.2004
Manfred und Elly bemühen sich um einen Liegeplatz in Spanien. Leider sind die bevorzugten Marinas in Malaga bzw. Almerimar voll belegt, es gelingt noch einen Platz in Sotogrande zu bekommen. Der Platz wird telefonisch reserviert. Um 13h ablegen nach Sotogrande, unter Motor geht es die ca. 20 SM, denn wegen der paar Meilen lohnt es nicht Segel zu setzen. Beim Setzen der spanischen Flagge geht die Flagge Q über Bord, Elli hat ein gelbes T-shirt an, gibt es aber nicht her. 15h30 anlegen in Sotogrande. Wir liegen an der Zollmole und bekommen von dem Wirbel, der sich mittlerweile im Marinabüro abspielt nichts mit. Erst als Manfred vom Einklarieren zurückkommt erfahren wir, dass die Reservierung nicht gegolten hat, weil angeblich nicht gezahlt wurde. Der Überredungskunst von Manfred (oder seiner Erscheinung) ist es zu verdanken, dass wir doch noch einen Platz zugewiesen erhielten. Aber welchen - im letzten Eck der Marina. Und zu welchem Preis: 2000 Euro für 40 Tage. Wir beziehen unseren Liegeplatz und legen uns erst mal schlafen. Zum Abendessen müssen wir mit dem Taxiboot auf die andere Seite des Hafenbeckens fahren (Fußmarsch würde gut eine Stunde dauern) . Dieses Taxiboot stellt um 9h seinen Pendeldienst ein. Natürlich ist um diese Zeit noch niemand mit dem Essen fertig. Wie kommen wir jetzt wieder zurück? Das Restaurantpersonal ist sehr unfreundlich und nicht gewillt ein Taxi zu rufen. Wieder ist es Manfred der zu Fuß ins Marinabüro geht und mit den Marineros in Ihrem Boot zurückkommt, welche uns dann zu unserem Schiff bringen.

Rapa NuiMi. 14.07.2004
Wir aktivieren unser Schlauchboot um mobil zu sein. Danach beginnen die Arbeiten  um das Schiff wieder zu klarieren nach den 3.500 Seemeilen.

Do. 15.07.2004
Alles wird gereinigt, aufgeräumt, klar Schiff gemacht! Motorservice. Manfred bekommt mittlerweile Angebote über den Rückflug. Bereits morgen Freitag möglich, 63 Euro Malaga - München ist natürlich ein Schnäppchen, wir beschließen Freitag zu fliegen, die Tochter von Manfred reserviert die Flüge. Jetzt brauchen wir nur noch ein Taxi um 4h30 früh nach Malaga. Die Sekretärin im Marinabüro organisiert dies. Na hoffentlich kommt dieser auch pünktlich, in Spanien gehen die Uhren anders.

Fr. 16.07.2004
Um 4h10 ist der Taxler da. Wir sind noch etwas schlaftrunken und noch nicht ganz fertig. Aber um 4h30 ist alles im Taxi und wir sind auf der Fahrt zum Flughafen Malaga. Der Flug ist pünktlich, Air Berlin mit einer fast neuen Boing 737, Flugzeug halb leer, sehr viel Platz - angenehmer Flug. Am Flughafen München werden wir von Manfred und Ellys Tochter erwartet und nach Hause gebracht.

 

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